Paketdienste protestieren gegen Eu-Richtlinie

Harte Zeiten stehen den Paketdiensten bevor, denn online gekaufte Ware kann bald nicht mehr kostenlos retourniert werden. Grund ist eine EU-Richtlinie.

Paketdienste und deren Beschäftigte sauer

Bisher war die Welt bei den Paketdiensten in Ordnung. Dank des blühenden Versandhandels, vor allem von Onlineshops und der urdeutschen Retoure-Mentalität. Mehr als 50% der so bestellten Waren wurden wieder zurückgeschickt. Oft wurde die Ware nur ausprobiert, einmal benutzt oder gar mit der festen Absicht geordert, sie nach kurzer Nutzung sofort wieder zurückzuschicken. Dank kostenloser Retouren alles kein Problem.

Paketdienste früher
Damals war die Welt noch in Ordnung.

Doch gerade Onlineversender, welche mit sehr niedrigen Preisen im harten Wettbewerb bestehen müssen, ärgern sich über die hohen Kosten, welche durch diese Rücksendequoten entstehen. Bisher mussten diese nämlich nach Fernabsatzgesetz kostenfrei sein, sofern der Warenwert über 40€ war. Genau diese hohen Retourekosten sind acuh der Grund, warum mehr als 70% der Versandhändler zukünftig Retouren zukünftig kostenpflichtig machen. Eine EU-Richtlinie macht es möglich.

Was des einen Leid, war des anderen Freud: Retouren bedeutete auch, das oftmals der Paketbote 2 mal klingelte. Zum Abgeben und abholen. Ein lohnendes Geschäft für die Paketdienste, welche so oft doppelt verdienten. Doch diese Einnahmen fallen dann schlagartig weg. Deshalb regt sich starker Widerstand. Auch bei den Paketboten. Deren Arbeitsbedingungen haben sich in den letzten Jahren immer mehr verschlechtert. Neuerdings wird von Ihnen sogar erwartet, nicht nur die Ware fristgemäß vom Versandzentrum abzuholen, sondern auch noch zum richtigen Empfänger zu bringen.

Keine einfache Aufgabe, hier noch geeignetes Personal zu finden, da das Lohnniveau bei sinkenden Einnahmen auch weiter nach unten gehen wird. Denn diese neue Anforderung setzt voraus, dass die Mitarbeiter der Paketversender des Lesens mächtig sind und zumindest den erfolgreichen Abschluss der Grundschule absolviert haben. Ein Sprecher der Versandgewerkschaft rügt: „Wenn die Arbeit bei den Paketdiensten jetzt intellektuelle Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen voraussetzt, könnten unsere boten auch gleich einen richtigen Beruf erlernen.“

Bildquelle: Bundesarchiv Bild 183-27965-0001

 

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