Seltsame Unfälle auf dem Bau geben Rätsel auf

Eufelsheim. Auf den Baustellen im Landkreis hat es in dieser Woche Unfälle mit drei Schwerverletzten gegeben. Nach Aussagen der Rettungsleitstelle schweben zwei von ihnen noch in Lebensgefahr, einer konnte bereits nach Hause entlassen werden.

Unfälle auf Grund rätselhafter Zufälle?

Ursache sind in allen Fällen einstürzende Gebäude oder Wände bei Abrissarbeiten gewesen, bestätigte der Verantwortliche für Arbeitsschutz bei der Baugenossenschaft Arndt Helm. „Wir sind natürlich betroffen, aber trotzdem froh, dass es keine Mitarbeiter unserer Firmen erwischt hat. Hier haben sich die regelmäßigen Belehrungen anscheinend gelohnt.“

Abriss-Baustelle
Bisher gab es hier zum Glück noch keine Unfälle

Wie es beispielsweise zu dem Unfall im alten Landratsamt an der Biermhäuser Chaussee gekommen ist, konnten Experten bislang nur lückenhaft rekonstruieren. „Wir waren gerade dabei, das Mittelgebäude mit der bekannten Birne einzureißen. Nach den ersten heftigen Hieben, sprang mit einem Mal eine schreiende Frau aus dem Fenster“, schildert Bauleiter Jörg Schutt den unfassbaren Vorgang. Beim Sturz aus dem dritten Stock zog sich die Mitarbeiterin der Gewässeraufsicht mehrere Beinbrüche und Prellungen zu. Zwei Aktenordner, die sie unter dem Arm gehalten hatte, zerkratzen außerdem ihr Gesicht. „Für uns ist es rätselhaft, wie noch jemand in dem seit drei Jahren leerstehenden Gebäude sein konnte“, meinte der Bauleiter achselzuckend.
Noch böser erwischte es den Sachgebietsleiter der Wirtschaftsförderung, der beim Zusammenschieben des Kantinengebäudes plötzlich zwischen Baggerschaufel und Kaffeeautomat auftauchte. Nur das geistesgegenwärtige Handeln des Maschinenführers konnte verhindern, dass er ganz durch den Goldfilter gedrückt wurde. Vermutlich hatten beide Kollegen den Umzug der Verwaltung im Sommer 2011 nicht bemerkt und waren bis gestern unerkannt weiter ihrer Arbeit nachgegangen, zieht die Polizei eine erste Bilanz. Böse Zungen behaupten auch, man hatte einfach vergessen, ihnen Bescheid zu geben. „Das kann ich mir allerdings nicht erklären“, meinte Landrat Manuel Eule. „Der Informationsfluss in unserer Verwaltung ist beispielgebend.“
Bislang ungeklärt ist auch der Zwischenfall im Bushäuschen von Höhenbach-Ausbau. Seit Jahren fährt kein Bus mehr durch diese Straße. Wie da jemand dort sitzen und die Deckenplatte auf den Kopf kriegen kann, das grenze an übersinnliche Phänomene, hieß es.
Das Bauhandwerk hat bereits erste Konsequenzen gezogen. So soll bei allen Abrissgebäuden in Zukunft vorher mit Lautsprecherwagen nach vergessenen Personen gefahndet werden. Hier hofft man, auch mit so einfachen Durchsagen wie „Beim letzten Ton war es Freitag 13 Uhr“ eine große Wirkung zu erzielen. Unfälle dieser Art könne man sich in naher Zukunft jedenfalls nicht mehr erlauben. „Aber da habe ich nur wenige Sorgen“, meinte Arbeitsschutz-Obmann Helm. Die beiden nächsten Großbaustellen sind das Carolinum und die Grundschule am Sandberg. So kurz vor den Ferien seien die Klassen sowieso nur auf Unterrichtsgängen im Wald oder bei Projekten am See. Da sei niemand im Haus – das ist sicher.

Bildquelle: Daniel Gast / pixelio.de

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